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Leitfaden: Die Öffentliche Hand als Kunde (Dokument-Nr.: 1350)
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Elektronische Ausschreibung von öffentlichen Aufträgen (Dokument-Nr.: 1284)
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IHK-Ausschreibungsdienst (Dokument-Nr.: 2567)
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IHK-Ausschreibungsrecherche für Unternehmen (Dokument-Nr.: 10853)
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Veranstaltungen und Seminare zum Thema Öffentliches Auftragswesen (Dokument-Nr.: 14989)
ÖFFENTLICHE AUFTRÄGE
Der Markt für öffentliche Aufträge
Vielzahl öffentlicher Auftraggeber
Öffentliche Aufträge sind Verträge mit der öffentlichen Hand über Lieferungen und Leistungen. Sie werden aus Steuern und Abgaben des Bundes, der Gemeinden sowie anderer juristischer Personen des öffentlichen Rechts finanziert, das heißt aus den Steuerzahlungen der Bürger und Unternehmen. Öffentliche Auftraggeber sind alle Dienststellen des Bundes, der Länder, Gemeinden, Gemeindeverbände und sonstiger juristischen Personen des öffentlichen Rechts. Somit ergibt sich eine große Vielfalt an zentralen und dezentralen Beschaffungsstellen aller Größenordnungen. Seit der Einführung des EU-Binnenmarktes müssen größere Beschaffungen EU-weit ausgeschrieben werden, was neue Marktchancen eröffnen kann, aber auch neue Konkurrenz mit sich bringt. Diese Ausweitung des öffentlichen Auftragswesens hat erhebliche wirtschaftliche Bedeutung: Pro Jahr erteilen die Europäische Union, die Mitgliedsstaaten, deren Regionen, Landkreise, Gemeinden und andere öffentliche Körperschaften Aufträge im Wert von rund eine Billionen Euro.
Der Markt in Zahlen
Das Vergabevolumen von Bund, Ländern und Kommunen wird mit rund 100 Milliarden Euro beziffert. Die Kommunen waren daran mit 56 Prozent, die Länder mit 23 Prozent und der Bund mit 21 Prozent beteiligt. Hinzu kamen Beschaffungen der öffentlichen Unternehmen im Umfang von 60 Milliarden Euro. Daraus errechnet sich ein Gesamtvolumen öffentlicher Vergaben von 170 Milliarden Euro. In dieser Zahl sind allerdings die Vergaben der privaten Auftraggeber in den Sektoren Energie, Verkehr und Telekommunikation nicht enthalten, die - bei vorsichtiger Schätzung - mit weiteren 50 Milliarden Euro zu Buche schlagen dürften. Ferner fehlen noch die Beschaffungen durch Krankenhäuser und Sozialversicherungen (ca. 20 Milliarden Euro). Experten schätzen dem entsprechend, dass sich der deutsche Beschaffungsmarkt in einer jährlichen Größenordnung von mindestens 200 Milliarden Euro bewegt.
Breite Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen
Der Beschaffungskatalog umfasst Güter und Leistungen nahezu aller Wirtschaftszweige und Branchen, von alltäglichen Gebrauchsgütern bis zu kompliziertesten technischen Großgeräten. Außerdem werden Dienstleistungen wie Reinigungs-, Wartungs-, Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten nachgefragt. Dies wiederum bedeutet, dass fast jedes am privaten Markt erfolgreich operierende Unternehmen für öffentliche Aufträge infrage kommt. Je nach Unternehmensstrategie und betrieblichen Möglichkeiten kann es sich regional, national oder auch international um öffentliche Aufträge bemühen.

