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BWIHK Positionspapier Landtagswahl 2011
(PDF, 1,100 KB) (Dokument-Nr.: 116036)
Der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) hat anlässlich der bevorstehenden Landtagswahl in Baden-Württemberg die ’Handlungsempfehlungen des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags’ vorgestellt. „Unsere Empfehlungen richten sich an die politischen Parteien, die künftige Regierung sowie Ministerien und Behörden im Land. Dabei wird der BWIHK als Dachorganisation der Industrie-Handelskammern in Baden-Württemberg dem gesetzlichen Auftrag der IHKs gerecht, die Politik bei wichtigen Entscheidungen zu beraten und konstruktiv im Interesse der über 600.000 IHK-Mitgliedsunternehmen zu begleiten. Die Wirtschaft Baden-Württembergs braucht für die Sicherung ihrer internationalen Konkurrenzfähigkeit die besten Rahmenbedingungen. Die Politik kann diese schaffen“, erläutert BWIHK-Präsident Dr. Peter Kulitz.
Den Handlungsempfehlungen zur Landtagswahl sind zehn Erwartungen aus den Bereichen Bildung und Fachkräfte, Infrastruktur, Wettbewerb und Standortqualität sowie zu Steuern, Haushalt und Bürokratie vorangestellt, an deren Umsetzung aus Sicht der Wirtschaft besonders gearbeitet werden sollte. „Der BWIHK verbindet mit diesen Positionen die Hoffnung und das Ziel, gemeinsam mit der Politik die Wettbewerbsfähigkeit des Landes weiter zu erhöhen, um damit Wohlstand und Beschäftigung nachhaltig zu sichern“, ergänzt Präsident Dr. Kulitz.
In Baden-Württemberg fehlen aufgrund des demografischen Faktors – viele Ältere scheiden aus dem Erwerbsleben aus, die geburtenschwachen Jahrgänge können den Ersatzbedarf nicht decken – in den nächsten 14 Jahren in der Spitze bis zu 300.000 Fachkräfte. Gleichzeitig fallen immer mehr einfache Arbeitsplätze aufgrund des Strukturwandels weg. Während Unternehmen also auf der einen Seite händeringend nach qualifiziertem Personal suchen, haben andererseits viele Geringqualifizierte keine Arbeit. Hier braucht es nach Meinung des BWIHK einen „Masterplan gegen den Fachkräftemangel“. Der Fachkräftebedarf verlangt nach einer besseren, berufsorientierten Aus- und Weiterbildung und nach einer stärkeren Integration durch gezielte Förderung von Migranten. Da dieses Potenzial jedoch nicht ausreichen wird, muss Baden-Württemberg für Fachkräfte aus aller Welt attraktive Möglichkeiten bieten, um seinen Bedarf an Spezialisten auch mit Hilfe gezielter Zuwanderung langfristig zu decken.
„Wer den Kindergarten verlässt muss schulreif sein und wer die Schule verlässt, muss ausbildungsreif sein“, bringt Kulitz auf den Punkt, was aus IHK-Sicht geschehen muss. Zur Sicherstellung der Schulreife, unabhängig von sozialer und kultureller Herkunft, sollte die Einführung einer Kindergartenpflicht vor der Schule geprüft werden. Der Besuch eines Kindergartens aller Kinder einer Jahrgangsstufe fördert frühzeitig deren Sprachentwicklung und soziale Integration. So werden wichtige Grundlagen für den weiteren Bildungsweg und eine erfolgreiche Berufsausbildung bzw. -laufbahn gelegt. Bereits jetzt bleiben viele Lehrstellen aufgrund mangelnder Ausbildungsreife von Bewerbern unbesetzt. Dieser sich in Zukunft noch verschärfenden Situation kann nur entgegengewirkt werden, wenn jeder Schüler entsprechend seines Leistungsvermögens bestmöglich gefördert wird. Hierzu sind flächendeckende Ganztagesangebote, eine pädagogische Gesamtkonzeption beispielsweise mit Sprachförderungsangeboten sowie eine leistungsorientierte Entlohnung des Lehrpersonals notwendig. Um Praxisbezug und Lebensnähe in die Schulausbildung zu integrieren, muss jede Schule im Land eine nachhaltige Bildungspartnerschaft mit einem Unternehmen eingehen.
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