Vorläufer der Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar
| 08.04.1699 | Wirtschaftliche Selbstverwaltung in Heidelberg Älteste überlieferte Statuten der Krämerzunft | | |
| | 07.06.1728 | Wirtschaftliche Selbstverwaltung in Mannheim Verleihung der Zunftprivilegien durch Kurfürst Carl Philipp von der Pfalz |
| 10.02.1768 | Handlungsinnung spaltet sich von Krämerzunft ab (1. Statut von 1737) | | |
| | 20.09.1831 | Die Handlungsinnung darf sich erstmals Handelskammer nennen. |
| 26.12.1848 | Handelskammer Heidelberg | | |
01.07.1933 Auflösung der badischen IHKs und Überführung in die Badische Handelskammer mit Sitz in
Karlsruhe (mit Außenstelle in Mannheim)
01.02.1935 Aufteilung der badischen Einheitskammer; Bildung der IHK Mannheim einschließlich
Heidelberg und Mosbach
22.03.1943 Bildung der Gauwirtschaftskammer Oberrhein mit Sitz in Karlsruhe/Straßburg
Umgestaltung der IHK Mannheim in die Wirtschaftskammer Mannheim
(einschließlich Heidelberg mit eigener Rechtspersönlichkeit)
Errichtung von Handelskammern in Heidelberg und Mannheim:
16.01.1946 Anordnung Nr. 3 der Militärregierung Nordbaden, US-Zone
23.08.1946 Erlass des Wirtschaftsministeriums Württemberg-Baden
Körperschaft des öffentlichen Rechts
18.12.1956 Gesetz zur vorläufigen Regelung des Rechts der Industrie- und Handelskammern
| 19.06.1957 | Satzung der IHK Heidelberg als Körperschaft des öffentlichen Rechts | 20.08.1957 | Satzung der IHK Mannheim als Körperschaft des öffentlichen Rechts |
IHK Rhein-Neckar
Mannheim, Sitz der IHK
| Standort Heidelberg
| Standort Mosbach
|
01.01.1973 Fusion der IHKs Heidelberg und Mannheim zur IHK Rhein-Neckar
01.06.1973 Einrichtung der Geschäftsstelle in Mosbach (Einweihung am 29.10.1973)
Die beiden Industrie- und Handelskammern Mannheim und Heidelberg bringen in die IHK Rhein-Neckar eine lange und erfolgreiche Tradition wirtschaftlicher Selbstverwaltung ein. Ihre Aktivitäten zeigen weit über den eigenen Bezirk hinaus Wirkung, wie die Gründung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) im Jahr 1861 in Heidelberg oder die Initiative zur Einrichtung von Auslandshandelskammern durch die Handelskammer Mannheim im Jahr 1888.
Die IHK Heidelberg
- trat für freien Warenverkehr und ein einheitliches Maß- und Gewichtssystem ein. Dies führte zur Gründung des allgemeinen Deutschen Handelstags (heute Deutscher Industrie- und Handelskammertag DIHK) am 13.05.1861 in Heidelberg. Dort wurde auch 1961 das 100-jährige und 1986 das 125-jährige Bestehen gefeiert.
- wurde von Pionieren der Industrie geleitet, z. B. Dr. Friedrich Schott (1899 - 1911, Heidelberger Zement AG) (1) und Dr. Hubert Sternberg (1945 - 1958, Heidelberger Druckmaschinen AG), denn Heidelberg ist nicht nur Schloss, Universität und Fremdenverkehr, sondern hat auch in der Industrie Pionierarbeit geleistet
- förderte mit IHK-Präsident Sternberg die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Gewerkschaften, engagierte sich erfolgreich für den Export (organisierte die erste deutsche Exportausstellung nach dem 2. Weltkrieg in New York) und hielt den Kontakt zur Politik über den damaligen Wirtschaftsminister Ludwig Erhard (2)
- nahm sich als erste IHK der Region gleich nach Ende des 2. Weltkriegs wieder der Berufsausbildung an
Die IHK Mannheim
- trat früh ein für freien Handel, ein einheitliches Maß- und Gewichtssystem und die freie Rheinschifffahrt (1868 Mannheimer Rheinschifffahrtsakte)
- förderte den Hafenbau (1834 Grundsteinlegung, 1840 eingeweiht)
- unterstützte die Gründung der Mannheimer Produktenbörse (1862)
- machte Mannheim von Anfang an zu einem wichtigen Standort für Eisenbahnverkehr (Mitwirkung bei der Tarifgestaltung)
- richtete am 8.10.1888 die "Denkschrift der Handelskammer Mannheim über die Errichtung deutscher Handelskammern im Auslande", an das Reichsamt des Innern
- pflegte guten Kontakt zur Stadt: Prof. Dr. Schüle, IHK-Hauptgeschäftsführer 1945 - 1954, hatte gleichzeitig
einen Sitz im Gemeinderat; Dr. Reschke, Hauptgeschäftsführer der IHK Mannheim von 1954 bis 1956, wurde Oberbürgermeister der Stadt Mannheim (1956 - 1972); Dr. Fehsenbecker wechselte 1964 vom Rathaus (seit 1952 Beigeordneter und Bürgermeister) zur IHK und war dort Hauptgeschäftsführer bis 1970 - war eine wichtige IHK, übernahm deutschlandweit Verantwortung für die wirtschaftliche Selbstverwaltung
- seit 1945 Federführung in Verkehrsfragen für Baden-Württemberg
- Dr. Hammerbacher, IHK-Präsident 1948 - 1957 und Präsident des DIHT (1954 - 1956)
IHK Rhein-Neckar
- hält gute Verbindungen zu den regionalen Hochschulen (seit über 30 Jahren gemeinsame Veranstaltungen mit den Universitäten Mannheim und Heidelberg), mit dem Ziel, den Know-how-Transfer zwischen Wirtschaft und Wirtschaft zu fördern
- vertritt das Gesamtinteresse der Mitgliedsunternehmen in regionalen Netzwerken: IHK-Wirtschaftsforum Metropolregion Rhein-Neckar, Metropolregion Rhein-Neckar GmbH
- initiiert im Jahr 2000 das IHK-Wirtschaftsforum als gemeinsames Gremium der IHKs in der Metropolregion, um die länderübergreifende Zusammenarbeit zu verbessern und um dem Interesse der regionalen Wirtschaft mehr Gewicht zu verleihen.
- unterstützt die Metropolregion Rhein-Neckar GmbH für die wirkungsvolle Präsentation und Vermarktung des Wirtschaftsstandorts
- erschließt für die Mitglieder Märkte in Europa (Enterprise Europe Network, Schwerpunktkammer Russland, AHK-Deutschlandbüro, Kooperationsvertrag mit der IHK Straßburg) und weltweit (IHK-Forum international, India Desk)
- ist seit 2001 gemeinsam mit der IHK Region Stuttgart auch Federführer Außenwirtschaft für die IHKs im Baden-Württembergischen IHK-Tag
- fördert die Ansiedlung neuer Technologien (BioRegion Rhein-Neckar, Technologieparks) und bringt neue Techniken in die Unternehmen (Register führende Stelle für die Umweltbetriebsprüfung - Öko-Audit; Kompetenznetz E-Business Rhein-Neckar- KeRN; Beratungsstelle für die qualifizierte elektronische Signatur)
- sorgt mit der überbetrieblichen Ausbildung im Neckar-Odenwald-Kreis für qualifizierten Fachkräftenachwuchs (Überbetriebliche Ausbildungswerkstätte Buchen e. V. - ÜAB)
- betreut in enger Zusammenarbeit mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten: " Runder Tisch Rhein-Neckar (PDF, 700 KB)"
- schaffte 2003 in einem regionalen Netzwerk das StarterCenter Rhein-Neckar als One-Stop-Agency für Existenzgründung, Existenzsicherung und Unternehmensnachfolge
- stellt sich früh auf geänderte Anforderungen der Wirtschaft ein:
- gestaltet ihre eigene Organisation und ihre Arbeitsabläufe im Interesse ihrer Mitgliedsunternehmen effizient, kundenorientiert und zukunftsfähig. Hierzu schafft sie in der ersten Stufe ihrer Neuorganisation (1992 - 1998) schlanke Strukturen, erstellt (1993) ein Leitbild als Dienstleister für die Wirtschaft und verbessert in der zweiten Stufe (1999 - 2004) ihre Kernkompetenzen in den 7 Aufgabenfeldern
- Information der Mitgliedsunternehmen rund um die Uhr im Internet - IHK24 - darüber hinaus bietet der Service IHK-Mail Neckar-Odenwald einen schnellen Überblick über wichtige Themen im Neckar-Odenwald-Kreis.
- verbesserte Außendarstellung mit neuem IHK-Marketingkonzept ab 2001
- Einführung eines Dokumentenmanagementsystems, um die Kunden schneller und besser beraten zu können
- die IHK Rhein-Neckar leitet den baden-württembergischen Arbeitskreis eGovernment, der auf ihre hin Anregung gegründet wurde
- die IHK Rhein-Neckar führt 2003 gemeinsam mit acht weiteren Pilot-IHKs federführend für alle deutschen IHKs die kaufmännische Buchführung ein und sorgt so für mehr Transparenz ihrer Finanzen und für mehr Effizienz mithilfe der Kostenrechnung
- in enger Koordination mit der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH engagiert sich die IHK für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. So wurde für eine gute und preiswerte Betreuung von Kindern die Familiengenossenschaft gegründet
- mit der Einführung eines elektronischen Verteilers für IHK-Stellungnahmen gegenüber Politik und Verwaltung bezieht die IHK ihre Mitglieder enger in diese wichtige Aufgabe mit ein
- 2005 schließt die IHK Rhein-Neckar einen Kooperationsvertrag mit der IHK Pfalz für eine noch engere Zusammenarbeit
- Die IHK bindet die Mitglieder der Vollversammlung als Themenpaten eng in ihre Arbeit mit ein.
- schafft die räumlichen Voraussetzungen für eine noch bessere Betreuung ihrer Kunden:
- im Februar 2009 zieht die IHK am Standort Mosbach in das „Haus der Wirtschaft”. Die moderne Architektur spiegelt die kundenorientierte Philosophie der IHK Rhein-Neckar wider: Service, Transparenz, Effizienz. Die IHK schafft damit einen dreifachen Quantensprung: nämlich eine optimale Betreuung der Kunden und Mitgliedsunternehmen, ein modernes Erscheinungsbild und ein Bekenntnis zur Bedeutung des Neckar-Odenwald-Kreises als Teil der Metropolregion.
- in Mannheim stockt die IHK 2009 ihr Gebäude um ein Dachgeschoss auf. Sie schafft so zusätzlichen Platz für die Umsetzung neuer Nutzungskonzepte. Darüber hinaus werden Auflagen des Brandschutzes erfüllt und umfangreiche Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt. Die Arbeiten werden aus Rücklagen finanziert und sind angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise eine Konjunkturspritze für die Baubranche der Region
(1) Blum, Peter [Hrsg.]: Pioniere aus Technik und Wirtschaft in Heidelberg, Aachen: Shaker, 2000, pp. 137f.
(2) Blum, Peter [Hrsg.]: Pioniere aus Technik und Wirtschaft in Heidelberg, Aachen: Shaker, 2000, p. 149.