. .
Illustration

IHK24

IHK-Pflichtmitgliedschaft: Was wäre ohne?

Der aktuelle Stand
Nach IHK-Bezirk zahlen zwischen 30 und 45 Prozent der Selbstständigen überhaupt keinen Beitrag zahlen. Die Beitragszahlung nach Leistungsfähigkeit ist zugleich ein Stück "Wirtschaftssolidarität" zwischen starken und schwachen Unternehmen. Und: Wo das möglich ist, wird heute schon vielfach dienstleistungsbezogen abgerechnet.

Konsequenzen bei Abschaffung der Pflichtmitgliedschaft:

Keine ehrenamtliche Unternehmensvertreter mehr
Bezahlen wird die Politik die "Ehrenamtler" aus den Unternehmen schon aus Budgetgründen sicher nicht. Das würden die Unternehmer aber auch gar nicht wollen. Denn die Pflichtmitgliedschaft sichert ja gerade den Freiraum, in dem die Unternehmen unabhängig - unterworfen nur Recht und Gesetz - die Angelegenheiten der Unternehmerschaft im Rahmen der Selbstverwaltung regeln. Die IHKs bieten deshalb eine ganz eigene Qualität jenseits von nur staatlichem oder nur privatem Handeln. Die Abschaffung der Pflichtmitgliedschaft schwächt das ehrenamtliche Engagement der Unternehmen!

Eine leistungsfähige Vertretung für kleine und mittlere Unternehmen vor Ort ginge verloren
Alle Erfahrung zeigt: Die freiwilligen Verbände sind in erster Linie auf der Bundesebene tätig und ausschließlich den Interessen ihrer Mitglieder verpflichtet. Sie können daher in den Regionen allenfalls punktuell auf die Anliegen ihrer Mitglieder aufmerksam machen. Damit sind sie zwar eine wichtige Ergänzung zu den IHKs, aber sie können die stetige und kompetente Arbeit von Ehren- und Hauptamt der IHKs vor Ort mangels Ressourcen nicht leisten. Die derzeit durch die IHKs gewährleistete kontinuierliche und sachorientierte Beratung der kommunalen und regionalen Institutionen würde einer eher zufälligen, durch Partikularinteressen finanzstarker und einflussreicher Unternehmen gesteuerten Lobby weichen. Wer die Pflichtmitgliedschaft abschafft, schwächt das Gewicht der kleinen und mittleren Unternehmen vor Ort gegenüber den großen Spielern.

Ehrenamtliche Beratungsgespräche fielen weg
Jährlich nutzen über 17.000 Existenzgründer Beratungs- und Informationsgespräche der IHK. Die für Gründer vor allem interessante Einstiegsberatung, heute in der Regel kostenlos und für die IHKs mit erheblichem Aufwand verbunden, würde dann vielerorts ganz entfallen. Die IHKs träten stattdessen mit umfassenderen Beratungspaketen im Zweifel in Konkurrenz zu anderen privaten Anbietern, die heute die vertiefende Einzelfallberatung durchführen. Die Folge wäre eine Ausdünnung des Beratungsangebots.

Die hoheitlichen Aufgaben der IHKs müssten weitergereicht werden
Diese Aufgaben würden zunächst einmal an den Staat zurückfallen. Ob dieser die hoheitlichen Aufgaben der IHK genauso wirtschaftsnah und kostengünstig erledigen könnte, ist fraglich. Der Staat würde Behörden die Aufgaben durchführen lassen oder er würde Beleihung von Dritten erproben. In jedem Fall wäre die unabhängige und sachnahe Erledigung nicht mehr gewährleistet. Denn gerade bei Beleihungsmodellen kann der Staat ohne Fachaufsicht nicht auskommen. Das bedeutet mehr Bürokratie und weniger Transparenz.

Aus unserer Sicht
Wo sonst finden gesellschaftliche Verantwortung und ehrenamtliches Engagement der Unternehmer deutlicher ihren Ausdruck, wenn nicht in der wirtschaftlichen Selbstverwaltung? Wo sonst sitzen große und kleine, erfolgreiche und krisengeschüttelte Unternehmen zusammen, um auf gleicher Augenhöhe Anliegen der Wirtschaft ihrer jeweiligen Region zu diskutieren und zu entscheiden? In diesen Tagen beklagen viele eine globalisierungsbedingte Entfremdung mancher Unternehmer von ihren heimatlichen Wurzeln. Wer dem erfolgreich begegnen will, der müsste die IHKs und mit ihnen die Pflichtmitgliedschaft geradezu erfinden.

DOKUMENT-NR. 17314

  • ANSPRECHPARTNER

  • Telefon: 0621 1709-205
  • Fax: 0621 1709-5205

Kontaktdaten speichern (V-Card)
  • IHK RHEIN-NECKAR IN FACEBOOK

Weiterbildung

Entdecken Sie Ihre Weiterbildungsmöglichkeiten! mehr

Ausbildung

Karriere mit Lehre. Hier findest Du Unterstützung auf Deinem persönlichen Weg! mehr

Netzwerk Kreativwirtschaft

Das "Netzwerk Kreativwirtschaft" umfasst die Aktivitäten der IHK Rhein-Neckar und ihrer Partner für die Kultur- und Kreativwirtschaft in der Region. mehr

  • EHRENAMTLICHES ENGAGEMENT