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RECHT UND STEUERN

Der Beirat als Organ einer GmbH

Organe der GmbH
Neben den Gesellschaftern und dem Geschäftsführer als Leitungsebene einer GmbH gibt es auch bei einer GmbH eine Beratungs- und Kontrollebene in Form eines Aufsichtsrates und/oder eines Beirates. Während ein Aufsichtsrat zwingend bei der Aktiengesellschaft, der KGaA, der Genossenschaft ist, sieht das Gesetz nur aufgrund der Vorschriften zur Mitbestimmung der Arbeitnehmer mit mehr als 500 Arbeitnehmern diesen bei einer GmbH zwingend vor. Dagegen steht es bei einer nicht den Regeln der Mitbestimmung unterliegenden GmbH sowie bei den anderen Rechtsformen, insbesondere also einer GmbH & Co. KG den Gesellschaftern frei, die Beratungs- und Kontrollebene durch Gesellschaftsvertrag mit einzubeziehen. Das Gesetz sieht hierfür bei der GmbH zwar ausdrücklich nur den Aufsichtsrat vor, es gibt aber auch die Möglichkeit als freiwilliges Organ einen Beirat zu bilden, der als Gremium flexible Gestaltungsmöglichkeiten bietet.

Aufgaben des Beirates
Gerade mittelständische Unternehmen machen davon Gebrauch einen Beirat mit aufzunehmen, damit gegebenenfalls mit der Kompetenz gesellschaftsfremder Dritter und damit verbundenes externes Wissen strukturelle Defizite des Unternehmens zu Wettbewerbern ausgeglichen werden können. In der Praxis nimmt der Beirat aber nicht nur Beratungsaufgaben wahr, sondern auch Kontroll- beziehungsweise Überwachungsfunktionen, einzelne Geschäftsführungsmaßnahmen bzw. die Ausübung von Zustimmungsvorbehalten bis hin zur Sicherung der Unternehmensnachfolge oder schiedsrichterliche Aufgaben. Insbesondere bei der Unternehmensnachfolge bietet der Beirat die Möglichkeit, ehemalige Inhaber an den künftigen Entscheidungsprozessen mit genau definierten Funktionen zu beteiligen.

Grenzen der Übertragbarkeit von Aufgaben
Die Übertragung von Kompetenzen auf den Beirat findet allerdings ihre Grenzen in zwingenden gesellschaftsrechtlichen Schranken, die im wesentlichen von dem Grundsatz der Selbst- beziehungsweise Fremdorganschaft, dem Einstimmigkeits- bzw. Mehrheitsprinzip, der Kernbereichslehre, dem Abspaltungsverbot sowie der Verbandssouveränität bestimmt werden. Das bedeutet nichts anderes, als dass gewisse präventive Kontrollrechte den Gesellschaftern nicht genommen werden können, da sich anderenfalls die Gesellschafter selbst entmachten würden.

Wer kann Beiratsmitglied werden
Wen die Gesellschafter als Beiratsmitglied bestellen, steht ihnen frei. Die Gesellschafter können sich anhand eines Anforderungsprofiles, in dem neben der fachlichen Kompetenz auch soziale Fähigkeiten, aber auch weitere Voraussetzungen wie zum Beispiel analytisches Denkvermögen oder Motivation Berücksichtung finden sollte, über die gewünschte Person einigen. Bei einer sachgerechten Abstimmung der Aufgaben von Beirat und Geschäftsleitung kann der Gesellschaft eine moderne Führung gegeben werden, um für die immer komplexer werdenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entscheidend gewappnet zu sein.

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DOKUMENT-NR. 12681

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