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INTERNATIONAL

Russland: Zoll, Ein- und Ausfuhrbestimmungen

ACHTUNG: Sanktionsmaßnahmen

I.    Russland: zollrelevante Landesinformationen, Zolltarif
II.   Zollunion zwischen Russland, Kasachstan und Belarus
III.  Wichtige Exporthinweise
      1. Allgemeine Importbestimmungen
      2. Export- und Begleitpapiere
      3. Einfuhrverfahren
      4. Abgaben
      5. Besondere Bestimmungen
      6. Verpackungs- und Markierungsvorschriften
      7. Zollvorschriften für Reisende nach Russland
      8. Sanktionsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise
IV.  Nützliche Zoll-Links
 

I. Russland: zollrelevante Landesinformationen
Hauptstadt:Moskau
Häfen und Städte:



Seehäfen: Archangelsk, Kaliningrad, Machatschkala, Magadan, Murmansk, Nachodka, Noworossisk, St. Petersburg
Zollflughäfen: Bratsk, Brjansk, Irkutsk, Jushno-Sachalinsk, Kasan, Krasnojarsk, Machatschkala, Moskau, St. Petersburg, Ufa, Ulan-Ude
Iso-Währungscode:RUB
Iso-Ländercode:RU
Währungseinheit:1 Rubel ( Rbl ) = 100 Kopeken. ISO-Code: RUB/ Wechselkurs
Geschäftssprache:Russisch, Englisch, Deutsch, Französisch
Maße und Gewichte:metrisches System
Zolltarif:einheitlicher Zolltarif im Rahmen der Zollunion mit Belarus und Kasachstan seit dem 1. Januar 2010, in Anlehnung an die Warennomenklatur des Harmonisierten Systems (HS), Verzollung nach dem Transaktionswert

II. Zollunion zwischen Russland, Kasachstan und Belarus
Russland ist Teil der Zollunion, die zwischen Russland, Kasachstan und Belarus besteht. Seit dem 1. Januar 2010 gelten einheitliche Regelungen zu Verboten und Beschränkungen sowie einheitliche Zolltarife. Die drei Mitgliedsländer wenden das gemeinsame Zollgesetzbuch (Zollkodex) der Zollunion an, womit ein einheitliches Zollgebiet zwischen den drei Staaten geschaffen wurde. Weitere Informationen und praktische Aspekte der Zollunion HIER   
Mit dem Inkrafttreten des zwischen Russland, Kasachstan und Belarus im Mai 2014 geschlossenen Vertrags entsteht ab 1. Januar 2015 die Eurasische Wirtschaftsunion, die den freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Arbeitskräften zwischen den Mitgliedsländern garantieren soll.

III. Wichtige Exporthinweise

  1. Allgemeine Importbestimmungen
  2. Export- und Begleitpapiere
  3. Einfuhrverfahren
  4. Abgaben
  5. Besondere Bestimmungen
  6. Verpackungs- und Markierungsvorschriften
  7. Zollvorschriften für Reisende nach Russland
  8. Sanktionsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise

1.   Allgemeine Importbestimmungen
Bei der Einfuhr von Waren in die Zollunion ist zu berücksichtigen, dass einige davon Verboten oder Beschränkungen unterliegen. Dazu gehört auch die Lizenzpflicht für eine Reihe von Waren im Außenwirtschaftshandel. Diese Waren sind in entsprechenden Listen enthalten.

Verbote und Beschränkungen:
Liste der Kommission der Zollunion (engl.)
Einfuhrlizenzen:
Lizenzpflichtig sind zum Beispiel Industrieabfälle, Edelmetalle, pharmazeutische Produkte, Arzneimittel, radioelektrische Geräte (Hochfrequenztechnik), medizinische Apparate und Geräte, Chiffriertechnik, Sprengstoffe, Waffen und Munition, Teppiche, textile Bodenbeläge, chemische Pflanzenschutzmittel, Tabak, Ethylalkohol, Wodka und andere alkoholische Getränke.
Beispiele von Waren, für die beim Handel mit diesen eine Lizenz vorzuweisen ist, finden Sie HIER 

Liste lizenzpflichtiger Waren (Informationsportal tamognia.ru, russ.)
Die entsprechenden Warentarifnummern ersehen Sie in Spalte 2 der Tabelle. In Spalte 4 ist die Einrichtung aufgeführt, die für die Erteilung der entsprechenden Lizenzen zuständig ist.
Die Lizenz der Zollunion gilt für alle drei Mitgliedsländer und ist bei der Einfuhr dem Zoll vorzulegen.

2. Export- und Begleitpapiere
Nachfolgend sind die für die Ausfuhr grundsätzlich notwendigen Dokumente aufgeführt.

Deutsche Ausfuhrbestimmungen
beinhalten unter anderem Ausfuhranmeldungen und Ausfuhrgenehmigungen.

Handelsrechnung
Für die Vorlage zur Verzollung sind zwei Handelsrechnungen mit geschäftsüblichen Angaben sowie ihre Übersetzung ins Russische notwendig. Beide Rechnungen müssen unterschrieben und mit Firmenstempel versehen sein. Eine Bescheinigungspflicht der Handelsrechnung besteht nicht.

Die Handelsrechnungen müssen solche Angaben enthalten, wie:
- Name und Anschrift des Ausführers (Verkäufer)
- Name und Anschrift des Empfängers (Käufer)
- Rechnungsnummer und -datum
- Anzahl, Art, Nummern und Markierung der Packstücke
- Handelsmarken
- Einzel- und Gesamtpreise in Devisen
- Angaben über Skonti
- Lieferbedingungen
- Zahlungsbedingungen
- Nettogewicht, Bruttogewicht (ohne Palettengewicht)
- genaue Warenbezeichnung jeder Warenart mit Zolltarifnummer
- Angabe des Ursprungslandes
- Datum und Nummer des Vertrages
- Stempel und Unterschrift des Exporteurs
- Inlandsfracht
- Anzahl und Gewicht der Paletten

Bei kostenlosen Lieferungen muss in die Proforma-Rechnung (englisch und russisch) der Einzel- und Gesamtpreis mit dem Vermerk "Nur für Zollzwecke" oder "Only for customs clearance" aufgenommen werden und die Rechnung mit Firmenstempel versehen werden. Ein Begleitschreiben ist beizulegen, das den Zweck des Warenimports ausweist.

Ursprungszeugnis
Ursprungszeugnisse sind grundsätzlich in einfacher Ausfertigung erforderlich. Für Waren aus der Bundesrepublik Deutschland ist als Ursprungsbezeichnung anzugeben: "Bundesrepublik Deutschland (Europäische Union)" oder nur "Europäische Union" bzw. "Federal Republic of Germany (European Union) oder nur "European Union". 

Packliste
Weist die Handelsrechnung keine genaue Übersicht über die Waren in den einzelnen Packstücken auf, ist eine detaillierte Packliste in fünffacher Ausführung auf Englisch beizulegen. Die Liste muss Inhalt, Brutto- und Nettogewichte, Marken, Nummern sowie die Warenbeschreibung enthalten. Für Lieferungen von Rohstoffen und Chemikalien sind keine Packlisten erforderlich.

Weitere Begleitpapiere
Um den Zollwert zu ermitteln wird vom russischen Zoll oft eine Kopie der EU-Ausfuhranmeldung verlangt.

Seit 1. Januar 2014 müssen Waren in elektronischer Form beim russischen Zoll angemeldet werden. Dafür wurde ein entsprechendes Programm entwickelt, so dass der Deklarant mit Hilfe dieses Programms alle notwendigen Dokumente im Format XML an den Zoll übermitteln muss. Neben der Zollanmeldung müssen ebenso Dokumente elektronisch übermittelt werden, die die in der Zolldeklaration gemachten Angaben bestätigen.

Postsendungen
Zusätzlich zu den bisher aufgeführten Dokumenten werden zwei internationale Paketkarten sowie zwei Zollinhaltserklärungen auf russisch oder französisch verlangt. Das Höchstgewicht beträgt 20 kg.

3. Einfuhrverfahren

Elektronische Vorabanmeldung
Warensendungen, die in das Zollgebiet der Zollunion Russland, Belarus und Kasachstan verbracht werden, müssen ab dem 17. Juni 2012 vorab angemeldet werden. Vorerst sind nur Lieferungen im Straßengüterverkehr betroffen. Die Anmeldung für Russland erfolgt auf der Seite der russischen Zollbehörde.

Zollverfahren
Die Einfuhr von Waren in das Gebiet der Zollunion und die Ausfuhr aus der Zollunion verpflichtet den Exporteur bzw. Importeur dazu, die Ware in eines der festgelegten Zollverfahren (Zollprozedur) zu überführen und dieses einzuhalten. Die zollrechtliche Behandlung der Ware ist von ihrer weiteren Verwendung abhängig. Die gewünschte Zollprozedur wird durch die Abgabe der Zollanmeldung und der dazugehörigen Abfertigungsunterlagen beantragt. Gemäß dem einheitlichen Zollkodex der Zollunion gibt es 17 Zollverfahren:

1. Überlassung zum internen Gebrauch
2. Ausfuhr
3. Zolltransit
4. Zollager
5. Veredelung im Zollgebiet (aktive Veredelung)
6. Veredelung außerhalb des Zollgebiets (passive Veredelung)
7. Veredelung für den internen Gebrauch
8. Vorübergehende Einfuhr
9. Vorübergehende Ausfuhr
10. Wiedereinfuhr
11. Wiederausfuhr
12. Zollfreier Handel
13. Vernichtung
14. Aufgabe zugunsten des Staates
15. Freie Zollzone
16. Freilager
17. Andere besondere Zollverfahren

Einige der wichtigsten sind:

Überlassung zum internen Gebrauch
Dieses Verfahren wird am häufigsten angewendet. Dabei können die Waren auf dem Zollgebiet der Zollunion nach Entrichtung aller Zölle, Steuern und anderen Abgaben uneingeschränkt verwendet werden.

Vorübergehende Verwendung/Carnet ATA
Waren, die nur kurzfristig im Zollgebiet genutzt werden, wie z.B. Berufsausrüstung, Messegut, Verpackungsgegenstände oder kommerzielle Warenmuster können zur „vorübergehenden Verwendung“ nach dem Carnet-A.T.A.-Verfahren abgefertigt werden.  Die Gültigkeit des Carnet ATA umfasst die Laufzeit von 1 Jahr mit 1 Tag zurückgerechnet.

Zollager
Die eingeführte Ware wird für eine Weiterverarbeitung oder einen späteren Versand, ohne Erhebung von Steuern und Zöllen, im Zolllager gelagert. Die Ware darf bis zu drei Jahre im Zollager verbleiben, außer Ware mit beschränkter Haltbarkeit. Die Einrichtung von Zolllagern ist lizenzpflichtig und die Lagerung ist kostenpflichtig.
Verzeichnis der vorhandenen Zolllager (Kommission der Zollunion, russ.)

Zollstellen
Die Verzollung der Ware kann unmittelbar an der Grenze oder an einem entsprechenden Binnenzollamt erfolgen. Bei der Beförderung auf dem Landweg beginnt die Verzollung an der Grenze zur Russischen Föderation, das Verbringen der Ware in ein bestimmtes Zollverfahren erfolgt am Dienstort.
Verzeichnis der Zollstellen (Russische Zollbehörde, russ.)

Zollbeauftragter
Ein Zollbeauftragter sollte hinzugezogen werden, wenn sensible Waren einzuführen sind oder bisher keine Erfahrung im Handel mit Russland besteht. Der Zollbeauftragte ersetzt den bisher bekannten Zollagenten (Zollbroker) und übernimmt im Auftrag des Zollanmelders die gesamte Abwicklung der Wareneinfuhr. Den Status eines Zollbeauftragten bekommt eine russische juristische Person nach Registrierung bei den russischen Zollbehörden und darf seine Dienstleistungen nur in Russland anbieten.
Verzeichnis der Zollbeauftragten für Russland, Kasachstan, Belarus (Kommission der Zollunion, russ.)
 
Zugelassener Wirtschaftsbeteiligter (AEO-authorised economic operator)
Im Rahmen der Zollunion wurde der Status des zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten eingeführt. Ein Importeur oder Exporteur kann als AEO fungieren, nachdem er sich beim russischen Zoll registriert hat. Diesem können Vorteile bei der Einfuhr gewährt werden. Verzeichnis (Russische Zollbehörde, russ.)

Mustervorschriften
Muster und Proben sind - auch ohne Handelswert - abgabenpflichtig.

Zollbehandlung nicht abgenommener Waren
Verweigert der Empfänger der Waren die Annahme ganz oder zum Teil, wir die Ware in eine vorübergehende Verwahrung für zwei Monate genommen. Eine Verlängerung um weitere zwei Monate ist nur auf begründeten Antrag hin möglich. Diese Verlängerung gilt nicht für schnell verderbliche Waren. Nach Ablauf der Frist ist die Ware Eigentum des Staates, der diese vernichten oder verkaufen kann.

4. Abgaben

Zölle
Für die Zollunion gilt ein einheitlicher Zolltarif, der in Anlehnung an die Warennomenklatur des Harmonisierten Systems (HS) zur Bezeichnung und Codierung der Waren aufgebaut ist. Die festgelegten Zollsätze sind Drittland-Zollsätze, das heißt sie betreffen Waren aus Drittländern, mit denen die Russische Föderation kein Abkommen hat. Dazu gehören auch die Länder der EU.
Beispiel: Automobile
Der Zollsatz für Autos soll von 30 Prozent auf die Höhe des Neupreises im Rahmen des WTO-Beitritts etappenweise bis 2019 auf 15 Prozent sinken.

Einfuhrumsatzsteuer (EUSt)
Beim Import von Waren in das Gebiet der Russischen Föderation werden neben dem Zoll Eingangsabgaben in Form der Mehrwertsteuer erhoben. Nach dem derzeitigen Stand beträgt der Regelsatz 18 Prozent (Normalsatz). Ein ermäßigter Steuersatz von 10 Prozent gilt für viele Nahrungsmittel, Druckerzeugnisse (außer Werbematerial und Erotik) und Erzeugnisse für Kinder.
Die Bemessungsgrundlage für die Erhebung der Mehrwertsteuer bei der Einfuhr ist die Summe des Zollbetrages und des Zollwertes sowie einer eventuellen Verbrauchssteuer.
Beim Verbringen der Waren in folgende Zollprozeduren beträgt die Mehrwertsteuer 0 Prozent: Freilager, Transit, Zolllager, zollfreier Handel, freie Zollzone, Wiederausfuhr, Vernichtung und Aufgabe zugunsten des Staates

Verbrauchssteuer (Akzisen)
Beim Import bestimmter Waren in die Russische Föderation wird die Verbrauchssteuer erhoben.
Verbrauchssteuerpflichtig sind unter anderem Tabakwaren, Beförderungsmittel, Ethylalkohol, alkoholhaltige Erzeugnisse und Erdölprodukte. Diese Waren können nur an bestimmten Zollämtern abgefertigt werden.
Ausländische alkoholische Getränke, Tabakwaren und Ethylalkohol dürfen nur mit einer „Akzisemarke“ verkauft werden. Diese erwirbt der Importeur und übersendet sie dem Exporteur. Ausgenommen von dieser Regelung ist Bier.

Begleitgebühr
Für die zollamtliche Begleitung von Waren innerhalb von Russland (zum Beispiel von einem Grenzzollamt zu einem Binnenzollamt) können Gebühren in unterschiedlicher Höhe erhoben werden. Die Entscheidung über die Notwendigkeit einer zollamtlichen Begleitung liegt im Ermessen der jeweiligen Zolldienststelle.

Zollabfertigungsgebühr
Bei der Einfuhr in die Russische Föderation wird eine Gebühr für die Zollabfertigung zwischen 500 und 100.000 Rubel in Abhängigkeit des Zollwertes der Ware erhoben.

5. Besondere Bestimmungen

Gesundheitszeugnis
Für die Einfuhr von lebenden Tieren, Tierfutter, tierischen Erzeugnissen, Pflanzen und pflanzlichen Erzeugnissen ist das Beifügen eines Veterinärzeugnisses beziehungsweise Pflanzengesundheitszeugnisses erforderlich.

Staatliche Hygieneregistrierung (sanitär-epidemiologische Kontrolle)
Im Rahmen der Zollunion wurden für eine Reihe von Waren die „staatliche Registrierung“ und die sanitär-epidemiologische Überwachung beziehungsweise Kontrolle eingeführt. Dazu gehören beispielsweise Kosmetikprodukte, Trinkwasser, Erzeugnisse der persönlichen Hygiene für Erwachsene und Kinder oder auch Erzeugnisse der Haushaltschemie.
Zur Liste:
engl. Red. 18.11.2010
russ. Red. 24.08.2012 № 73

Diese staatliche Produktregistrierung ersetzt die bis zum 1. Juli 2010 geltende Hygienezertifizierung (Hygienezertifikate)  Für die sanitäre Kontrolle ist in Russland „Rospotrebnadzor“, der Föderale Dienst für Verbraucherschutz und menschliches Wohlbefinden, zuständig. In der Republik Belarus das dortige Ministerium für Gesundheit, in der Republik Kasachstan die Agentur für Konsumentenschutz.
Ein Registrierungszertifikat, das in einem der Mitgliedsländer der Zollunion ausgestellt wurde, ist auch in den beiden anderen Mitgliedsländern gültig.

Konformitätsanforderungen
TR der Zollunion (TR ZU), TR RF, GOST-R
Für viele Waren und Erzeugnisse, die in die Russische Föderation importiert werden, ist ein Konformitätsnachweis erforderlich.
Solche Produkte sind zum Beispiel im Wesentlichen:
- Möbel
- Erzeugnisse für Kinder
- Konsumgüter, die mit Lebensmittel oder Trinkwasser in Berührung kommen
- Haushaltschemikalien
- Konsumgüter, die am menschlichen Körper angewendet werden können
- Pflanzenschutzmittel und Mineraldünger
- Lebensmittel
- Haushaltsgeräte
- Elektrogeräte
- Farbkopierer
- Anlagen und Maschinen für die industrielle Nutzung
- Kosmetik- und Parfümerieartikel
Die Liste der zertifizierungspflichtigen Produkte wird allerdings kontinuierlich aktualisiert.
Das Zertifikat wird in russischer Sprache in einfacher Ausfertigung ausgestellt.
Durch das Anbringen des Konformitätszeichens auf der betreffenden Ware selbst, auf der technischen Begleitdokumentation, auf dem Label oder auf der Verpackung wird die Übereinstimmung der zertifizierungspflichtigen Ware mit den gesetzlichen Anforderungen nachgewiesen.

Mehr zur Warenzertifizierungspflicht

Auskünfte über Normen und Zertifikate erteilen einige auf Russland spezialisierte Zertifizierungsgesellschaften, siehe z. B.
- im OWC-Directory bei Russland, Zertifizierung
- oder unter den Mitgliedsunternehmen der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer. Geben Sie im Feld "Suche" das Stichwort "Zertifizierung" ein.

6. Verpackungs- und Markierungsvorschriften

Im Rahmen der Zollunion gibt es seit 2011 ein einheitliches Konformitätszeichen für frei verkehrsfähige Erzeugnisse, das bestätigt, dass die Ware den vorgeschriebenen  Anforderungen entspricht und allen notwendigen Konformitätsverfahren unterzogen wurde.

Verpackungsvorschriften
Genaue Vereinbarungen über die Verpackung sind üblich. Aufgrund der teilweise langen Transportwege beziehungsweise häufigen Umladungen sowie extremen Witterungsbedingungen  werden an die Qualität der Verpackung besonders hohe Anforderungen gestellt. Danach gehört zu den üblichen Forderungen, dass die Ware so verpackt sein muss, dass eine Lagerung unter freiem Himmel über einen Zeitraum von einem Jahr möglich ist. Wurde die Warenbeförderung „per LKW“ oder „per Bahn“ vereinbart, wird vom Geschäftspartner eine überdurchschnittliche Verpackung, z.B. eine Exportverpackung für den Seetransport erwartet.

Markierungsvorschriften
Die Art der Markierung und Etikettierung wird im Vertrag mit dem Partner festgelegt. Falls mit der betreffenden Ware eine Bedienungsanleitung mitgeliefert wird, ist darüber ein Vermerk auf der Etikettierung anzufügen. Die Etikettierung kann in Deutsch, Englisch oder Russisch verfasst sein.

Meist sind folgende Angaben zu machen:
- Art der Verpackung
- Name und Anschrift der Empfänger- und Absenderfirma
- Warenbezeichnung
- Kollianzahl auf allen Packstücken

Es ist wichtig, dass der Name des Empfangslandes korrekt geschrieben ist. Akzeptiert wird "Russland" in deutscher, englischer, russischer oder französischer Übersetzung. Der Verkäufer muss damit rechnen, für alle Schäden infolge von Verlusten bei der Beförderung der Ware sowie nicht vertragsmäßiger Verpackung wegen falscher Kollimarkierungen zur Haftung gezogen zu werden.

Etikettierungsvorschriften
Seit dem 1. Januar 1998 ist der Verkauf von Lebensmitteln und seit dem 1. Juli 1998 auch der Verkauf anderer Waren, die keine in Russisch abgefasste Produktbeschreibung aufweisen, in Russland verboten. Nach den Ausführungsbestimmungen GOST-R 51121-97 und GOST-R 51074-97 geht die Kennzeichnungspflicht bei einer Vielzahl von Produkten über eine Übersetzung der fremdsprachlichen Etiketten und Gebrauchsinformationen hinaus. Bei technischen Gütern müssen auch Gewährleistungsinformationen und Gebrauchsanleitungen ins Russische übersetzt und beigefügt werden.
Der Einzelhandel wird aufgefordert, eingeführte Lebensmittel ohne Produktbeschreibung in russischer Sprache nicht zu erwerben.

Folgende Angaben müssen Lebensmittel und Industriewaren auf russisch enthalten:
- Bezeichnung
-Produktions-, Verpackungs- und Mindesthaltbarkeitsdatum
-Lager- und Verwendungshinweise
-Brennwert
- Zusammensetzung
- Menge
- Firmenname und Adresse des Herstellers
- Ursprungsland

Der russische Text muss auf dem Etikett oder der Verpackung angebracht werden, bei Platzmangel auf der Packungsbeilage.

Zusätzlich legt das Arzneimittelgesetz ein Mindeststandard fest, den die Hersteller in Bezug auf die Markierung ihrer Erzeugnisse einhalten müssen. Demnach ist sowohl auf der äußeren als auch inneren Verpackung in gut leserlicher Schrift und auf Russisch folgendes zu vermerken:
- Name des Herstellers
- Bezeichnung des Arzneimittels
- Dosierung und Stückzahl in der Verpackung
- Seriennummer und Herstellungsdatum
- Hinweise zur Anwendung bzw. Aufbewahrung
- Verfallsdatum
- Vorsichtsmaßregeln bei der Anwendung

"Made in..."-Warenmarkierung
Alle Waren müssen mit dem Ursprungsland gekennzeichnet sein. Die Kennzeichnung von gedruckten Gebrauchsanweisungen und Prospekten ist erwünscht.

7. Zollvorschriften für Reisende nach Russland

8. ACHTUNG: Sanktionsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise

IV. Nützliche Zoll-Links 

Quellen: http://www.eurasiancommission.org; http://eng.customs.ru/; http://madb.europa.eu/ Mendel-Verlag; http://www.gtai.de; http://russland.ahk.de/; http://ec.europa.eu

Bitte beachten Sie, dass sich die Zollverordnungen in der Zollunion im Entwicklungsstadium befinden und sich somit laufend verändern können.

Bei Fragen zu den Ein- und Ausfuhrbestimmungen wenden Sie sich bitte an die für Sie zuständige IHK. Ihre Ansprechpartner finden Sie entsprechend Ihrem Sitz: hier 

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